Nachdem ein ähnliches Projekt mit Südafrika nach langen Jahren mit einem letzten Besuch 2019 durch die Corona-Pandemie zu Ende gehen musste, durften dieses Jahr sechs Schülerinnen diese langjährige Tradition der Käthe-Kollwitz-Schule wieder aufleben lassen. Dank unseres Schulleiters Herr Kußmann und dem Lions Club Bruchsal konnte der Kontakt zu Marianne Sack in Namibia hergestellt werden. So ging es dieses Jahr vom 23. Juli bis zum 5. August in den Norden Namibias, nach Otavi. Der kleine Ort beherbergt nicht nur das Ziel unseres Projekts, das Johanniterheim, sondern auch drei Schulen, die im Laufe dieses Projekts besucht wurden. Gefördert wird das Projekt auch mit Enquete-Mitteln des Kultusministeriums.

Marianne Sack war nicht nur die Kontaktperson, sondern plante auch den gesamten zweiwöchigen Aufenthalt. So machten sich die Schülerinnen und mit den zwei Lehrern und einer Lehrerin auf den Weg. Nach einem zehnstündigen Flug und einer mehrstündigen Autofahrt leitete eine herzliche Begrüßung mit Tanz und Musik der 90 Kinder des Johanniterheimes in Otavi die ereignisreichen Wochen ein.
Am ersten Wochenende stand gleich ein großer Fun-Day für die Kinder an, neben Sackhüpfen und Eier-Lauf konnten die sechs Schülerinnen ihre im Voraus geplanten Aktivitäten mit den Kindern durchführen. Daraufhin wurden fleißig Freundesarmbänder und Papptellermasken gebastelt. Eine weitere Station verwandelte die Kinder in Mini-Konditoren.
An diesem Tag wurden auch die vielen großzügigen Spenden übergeben, die in den Wochen vor der Reise von den Schülerinnen selbst und mithilfe des Spendenaufrufes von Herrn Benz gesammelt werden konnten; so wurden vom FC Odenheim etliche Trikot-Sets zur Verfügung gestellt und auch Spenden des TC Odenheim wurden verteilt. Von der Bruchsaler Firma Intersport Schlenker bekamen wir Fußbälle und weiteres Equipment und ermöglichen den Kindern damit weitere hunderte Stunden Spiel und Spaß.
Die Tage im Johanniterheim in Otavi boten nicht nur unvergessliche Erinnerungen mit den Kindern, sondern auch Einblicke in das Schulleben und die lokale Küche. Hierbei durften wir eine Sonderklasse in einer Primary School kennenlernen. Zudem brachten wir den Schülerinnen und Lehrkräften der Kochklasse in der örtlichen Secondary School bei, wie man Käsespätzle kocht.
Die Schülerinnen und die drei Lehrkräfte durften außerdem das Leben auf der Rinder- und Wildtier-Farm von Marianne und Bernhard Sack hautnah miterleben.
Während die Kinder über das Wochenende zu ihren Eltern reisten, stand auch ein Besuch des Etosha-Nationalparks auf dem Programm. In den zwei Tagen erlebte die Gruppe unvergessliche Momente. Neben Giraffen, Zebras, Elefanten und Impalas wurde auch ein Löwe gesichtet, der gerade einen Strauß gerissen hat.
Doch da dieses Projekt auch das Ziel verfolgte, über die deutsche Kolonialgeschichte von Namibia aufzuklären, setzte sich die Gruppe mit der Geschichte Namibias in den Museen in Grootfontein und in Tsumeb auseinander. In den letzten Tagen vor dem Abflug wurde zuletzt auch noch das Unabhängigkeitsmuseum in Windhoek besucht.
Doch wie jede Reise kommt auch diese zu einem Ende. Am 5. August hieß es Abschied nehmen von einem einst fremden Land. Was bleibt, sind viele unvergessliche Erinnerungen, auch an den Rückflug, da durch eine Verspätung der Anschlussflug in Johannesburg nur durch eine sehr sportliche Tour durch den Flughafen erreicht werden konnte.
Von Helen Lang